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Der Online-Service von Vattenfall schrieb im November des vergangenen Jahres an seine Berliner Kunden folgende Mail: Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, die Preise für Ihren Stromliefervertrag mit der Vertragskontonummer xxxxxxxxxxxx werden zum 01.01.2010 angepasst.“

Neu war mir zum Ersten, dass mein Vertrag selbst auch etwas kostete. Bisher war ich arglos davon ausgegangen, dass ich für den Vertragsinhalt, meinen Stromverbrauch zahlte. Man lernt nie aus.

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„Wo Licht ist, werden auch Leute sein“

oder Krabat für mindestens ein ganzes Jahr

„Viele Bauern hatten auf Neujahr ein Schwein geschlachtet, sie beschenkten die Herren Könige aus dem Morgenlande reichlich mit Wurst und Speck. Ansonsten gab es Nüsse und Backpflaumen, Honigbrot, manchmal Schmalzküchlein, Anisplätzchen und Zimtsterne. ‚Das Jahr fängt gut an!‘“ (1) sagt Lobosch zu seinen beiden Gefährten. Einer davon heißt Krabat. Diese eisigen Tage zwischen den Jahren sind für die wendischen Betteljungen eine willkommene Ausnahme. Und trotzdem träumt Krabat von des Raben rauher Stimme, von einem Ort, an dem er Zauberlehrling wird, der schwarzen Mühle in Koselbruch bei Schwarzkollm. Es ist der Ort, an dem sich Krabat zwischen einer fesselnden Macht der Gegenwart und einer offenen Freiheit der Zukunft entscheiden wird. Popkulturell verkürzt heißt dieser sinnliche Machtkonflikt wohl heute: Geld oder Liebe. Weiterlesen

Wandel und Verwandlung in vier Akten – Teil III

Kultur und Arbeit III

Über das Senftenberger Theater, die „Neue Bühne“, schrieb eine Kultursoziologin vor nicht all zu langer Zeit: „Nicht anbiedernd und auf den vermeintlich den Kulturbedürfnissen von Arbeitern (oder eben Arbeitslosen) entsprechenden Unterhaltungssektor zielend, sondern intellektuell, provokant und mit präziser Sprache und entschiedener Geste …Nicht das bildungsbürgerliche oder das avantgardistische Theater, das den Westen Deutschlands dominiert, sondern ein Theater, dessen Ansprüche sich mindestens ebenso an der konkreten gesellschaftlichen Situation und den kommunikativen Bedürfnissen der ansässigen Bevölkerung wie an der Kunst orientieren, ist das Erfolgskonzept Ostdeutschlands.“ [4] Wir erkennen, wir sollten von der Zukunft Europas, von der Zukunft der Arbeit, der Zukunft der Kultur sprechen. Weiterlesen

Wandel und Verwandlung in vier Akten – Teil II

Kultur und Arbeit II

Über das Senftenberger Theater, die „Neue Bühne“, schrieb eine Kultursoziologin vor nicht all zu langer Zeit: „Die erste von 23 Uraufführungen, die er während seiner ersten Spielzeit auf die Bühne bringen will, war Volker Brauns „Was wollt ihr denn“ – ein makaber inszeniertes Stück über die ewige Freizeit, den freudlosen Zwangsurlaub im Arbeitslosenparadies, wie die Lausitz es sich anschickt zu sein. Latchinians Konzept ist es, Theater für die Dagebliebenen zumachen, das vorhandene Publikum ernst zu nehmen.…“ [2] Die Kultursoziologin fand das gut. Sie sah darin die Zukunft kultureller Institutionen in Regionen, die von Arbeitslosigkeit und Abwanderung geprägt sind. Später werden wir erkennen, dass wir von der Zukunft Europas sprechen. Weiterlesen

Wandel und Verwandlung in vier Akten – Teil I

Zur Kulturkonferenz der Linkspartei.PDS am 21. und 22. Oktober 2006 in Senftenberg

Kultur und Arbeit I

Über das Senftenberger Theater, die „Neue Bühne“, schrieb eine Kultursoziologin vor nicht all zu langer Zeit: „Dass in quasi bildungsbürgertumsfreien Zonen wie diesen ostdeutschen Regionen Stadttheater … trotzdem breit akzeptiert, gut ausgelastet und oft ausverkauft sind, ist Zeichen für einen Paradigmenwechsel, dessen Bedeutung und Beispielhaftigkeit sich vielleicht erst in den nächsten Jahrzehnten herausstellen wird. …“ [1] Sie beklagte keine Verluste. Sie sah Ähnliches in Schwedt, Anklam und an anderen Stadttheatern in Ostdeutschland. Später werden wir erkennen, dass wir von der Zukunft Europas sprechen, denn die Industriearbeit wird nicht nach Europa zurückkehren. Die älter werdende Gesellschaft wird ihre eigenen Vorzüge und Werte entdecken müssen. Wachstum werden wir neu definieren. Rückbau, Renaturierung werden wir nicht mehr als Durchgangsstufen, als Übergang in eine bessere Zukunft verstehen lernen. Weiterlesen

Metropole Lausitz

2006 hatte Essen gegen Görlitz bei der Bewerbung um den Kulturhauptstadttitel für 2010 gewonnen. Jetzt ist es soweit. Das ganze Ruhrgebiet ist in diesem Jahr neben Pécs in Ungarn und Istanbul in der Türkei zur Kulturhauptstadt Europas 2010 auserkoren. Über das Ereignis Ruhr 2010 ist eine öffentliche Debatte entbrannt. Immerhin. Sie wird hoffentlich das Jahr der Events überdauern. Weiterlesen