Gramscis zwiespältiges Verhältnis zu den Künsten

(Teil 2 – zu Gramscis Kunst- und Kulturverständnis – Intro innerhalb einer AG der Frühlingsakademie der LINKEN, EJB Werbellinsee/Brandenburg, 20. Mai 2011, schriftliche Version)

1. Aspekte von Gramcsis Kunstauffassung

Warum Gramsci den Künsten einen hohen Stellenwert einräumte, haben wir am gestrigen Tage einigermaßen geklärt: Die Künste sind Teil des hegemonialen oder gegenhegemonialen Diskurses über grundlegende gesellschaftliche Widersprüche. In vielen Texten offenbart Gramsci ein ausgesprochen instrumentelles Verhältnis zu den Künsten. Sein Ansatz entspringt der Perspektive des Parteipolitikers und weniger der des Praxisphilosophen. Weiterlesen

Progressive (künstlerische) Avantgarde als demokratietheoretischer Widerspruch und historisches Faktum

Rezension zu: Lutz Hieber, Stephan Moebius (Hg.). Avantgarden und Politik. Künstlerischer Aktivismus von Dada bis zur Postmoderne. 2009 (transcript-Verlag Bielefeld)

I. Zum theoretischen Ansatz

Lutz Hieber und Stephan Moebius haben einen Band zum Verhältnis (künstlerischer) Avantgarden und Politik herausgegeben und steigen beherzt mit einem Entree in ihren Sammelband unter dem Titel: Grundriss einer Theorie des künstlerischen Aktivismus von Dada bis zur Postmoderne (S.7-30), ein. Wir werden einleitend sanft aus dem vertrauten Refugium des Bildungsbürgertums verbannt und aufgeklärt, dass der Citoyen die Kunstautonomie als utopisches (Bildungs)refugium hochhielt. Weiterlesen