EU-Copyrightreform vor der Abstimmung

Zwei aktuelle Interviews der Europaparlamentarierin Martina Michels greifen in den aktuellen Debattenstand ein und sind klar gegen eine Zustimmung zu den Art. 13 und Art. 11 positioniert. Im gestern erschienen kurzen und prägnanten Interview, auf dem Leipziger Meinungsbarometer veröffentlicht, wird begründet, warum Derzeitige Lösungen (sind) einem fairem Urheberrecht im digitalen Zeitalter nicht gewachsen sind. Eine längere Erörterung, in der wir erfahren, was sonst noch in dieser Richtlinie steht, wurde am Donnerstag auf dem Europa_blog veröffentlicht: Der Streit um die EU-Urheberrechts-Richtlinie.

Am 23.3. sind europaweit Demonstrationen gegen die derzeitige Fassung der EU-Urheberrechts-Richtlinie geplant, über die in der letzten Märzwoche in Strasbourg im Plenum des Europaparlaments entschieden wird. Aber auch am heutigen Tag gehen in vielen deutschen Städten junge Menschen für ein freies Internet auf die Strasse und schließen sich der SaveTheInternet-Kampagne an.

Das politische Westworld-Syndrom

Wohin steuert die EU bei Bits und Bytes?

Aus der ersten Ausstellung im MIMA, Brüssel

Im kurzen Aufsatz wird die EU-Digitalisierungsstrategie kritisch angerissen, fokussiert auf ihre gebündelte Förderung, wie sie mit dem neu aufgelegten 9,2 Mrd. Euro Fonds “Digital Europe 2021 – 2027” geplant ist. Dies lässt die begleitenden gesetzgeberischen Entscheidungen weitgehend unberührt, obwohl sie ebenso einer kritischen Auswertung bedürfen, wie die derzeit vor der Abstimmung stehende EU-Urheberrecht-Richtlinie, die medialen Schlachten und Demonstrationen um sie, zeigen.

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Lesetipp – Konstanze Kriese: Vom schwierigen Auszug aus dem Fordismus

Arbeit und Produktion im digitalen Zeitalter

Die Veränderungen vom Automobilbau bis zur Medizintechnik sind genauso tiefgreifend wie die Entstehung der »Creative industries«. Erst wenn die Arbeitswelten in Callcentern, der internationalen Logistikbranche, von Kaffeebäuerinnen und Textilherstellern, von Pflegekräften und Radiostationen, in Internetagenturen sowie im Café um die Ecke zusammengedacht werden, lassen sich wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen in den sozial und strukturell zerklüfteten Arbeitswelten genauer beschreiben. Dann ist der »digitale Bohemien« einer von vielen und einer mit vielen Abhängigkeiten. Er isst bekanntlich Pizza und trinkt Kaffee. Die Pizza kann er im Netz bestellen und mit regionalen Rohstoffen herstellen lassen. Doch der Kaffee kommt aus einer anderen Welt, mit der nicht nur er digital vernetzt, sondern auch geschichtlich verbunden ist. Weiterlesen