Überraschender Sündenfall?

Über einen absurden Beitrag des Europaparlaments zum 8. Mai 1945

Die parlamentarische Entsorgung des Kampfes gegen den Antisemitismus fand im Europaparlament in aller Stille schon 2016 statt. Am 19. September 2019 schwingt sich das neugewählte Europaparlament auf, um die Geschichte des zweiten Weltkrieges neu zu erzählen. Es verabschiedet mit überdeutlicher Mehrheit die Resolution „Bedeutung der Erinnerung an die europäische Vergangenheit für die Zukunft Europas“. Dietmar Köster, der letzte deutsche Sozialdemokrat mit Geschichtsbewusstsein (und wenige Sozialdemokrat*innen aus anderen Ländern), der Satiriker Martin Sonneborn und die linke Fraktion im Europaparlament lehnten diese Resolution ab. In diesem Artikel von Konstanze Kriese, geschrieben für die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Brüssel sind Gründe der Ablehnung zusammengetragen. Zugleich werden Leerstellen der Aufarbeitung der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts ausbuddelt, die wirklich weh tun und gefragt, ob das Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel mehr will als provozieren.

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